2018-01-24: Rückblick: Variantenvielfalt in der Technischen Dokumentation

Feierabendgespräch mit Thiemo von Gillhaußen, Irina Schärli und Kian Soltanmoradi

24.01.2018 18:00 Uhr

Juventus Schule
Lagerstrasse 41
8004 Zürich

 

Hilfe, wir führen die Ein-Stück-Produktion ein! Und wie soll ich die Doku machen?

In seiner Präsentationen zeigte Herrn von Gillhaußen die Grundllagen des Variatenmanagement von der Tool-Seite auf. Ausgehend von einem persönlichen Erlebnis mit einem Bordhandbuch eines süddeutschen Automobilhersteller, in den er den Fernlichtassistenten nicht fand, entwickelte die fünf Grundsäulen der 4.0 Produktdokumentation  hinsichtlich Variantenmanagement:

Modularisierung: Die Art und Weise wie man modularisiert ist entscheidend. Auf Teufel komm raus zu modularisieren, d. h. bis auf Satz oder gar Wortebene kann kontraproduktiv sein. Die Module müssen zum Produkt passen. Je kleiner zahlreicher die Module, desto grösser der Administrationaufwand. Es empfiehlt sich, mit grössern Modulen zu beginnen.

Metainformationen: Gute Metadaten sind das A und O für ein gutes Variantenmanagement. Das Motto ist „Metadata is King“. Inbesondere sollte man Metadaten bei der Modularisung eher früher als später anlegen.

Zugang schaffen: Der direkte Zugang zu den moduleran Daten muss für Nutzer jederzeit ohne Hindernisse möglich sein. Grundlagen dazu bieten HTML5 und Content Delivery Server.

Parameterisierung: Neben dem Anlegen von Metadaten bietet eine Paramterierung der Informationen eine weitere Grundlage für das Variantenmanagement. Durch Parameterisierung lassen standardisierte Module auf einfache Weise spezialisieren, was deren Wiederverwendbarkeit erhöht. Nur nur Textmodule sondern auch Module, die nur aus Grafiken bestehen, lassen sich parameterisieren.

Prozessintegration: Der Datenbestand muss in die Prozesse einer Organisation integriert werden. Dabei gilt es die verschieden Systeme wie Redaktions-, ERP-, PLM und Content-Delivery-Systeme zu vernetzen und Schnittstellen zu verschaffen.

Erfolgreich zu effizienter Dokumentation mit Variantenmanagement

Frau Schärli und Herr Soltanmoradi der Firma Burckhardt Compression AG zeigten in ihrer anschliessenden Präsentation eindrücklich, wie das ausgereifte Variantenmanagement in ihrem speziellen firmenspezifischen Umfeld funktioniert. „Firmenspezifisch“ heisst in diesem Fall unter anderem folgendes:

  • Jeder Auftrag ist kundenspezifisch.
  • Es gibt fast keine Wiederverwendung.
  • Der Grad der Granularisierung der Information ist sehr hoch.
  • Es gibt keine Varianten der einzelnen Informationsmodule.
  • Der Weg von den Masterdokumenten führt über ausgeklügelte Variantenfilter.

Die Veranstaltung war ausgebucht. Die Referenten gingen während und nach den Vortrag detailliert auf Fragen der Zuhörer ein. Anschliessend fand wie immer in ungezwungenen Rahmen ein Apéro statt.

Die Tecom Schweiz bedankt sich ganz herzlich bei Frau Schärli, Herrn von Gillhaußen, und Herrn Soltanmoradi für die interessanten Vorträge und bei den Zuhörern, dass sie den Weg nach Zürich fanden. Die Vortragsfolien sind auf der Tecom-Webseite verfügbar. Die Veranstaltung ist durch unseren Fotografen Patrick Frischknecht in Bildern festgehalten, die Sie auf unserer Webseite finden.


Text: Peter Hütter

Fotos: Patrick Frischknecht



Vortragsfolien sind hier für angemeldete Mitglieder verfügbar.





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