Rückblick Feierabendgespräch “Variantenvielfalt in der Technischen Dokumentation"


Hilfewir führen die Ein-Stück-Produktion ein! Und wie soll ich die Doku machen? 

In seiner Präsentationen zeigte Herr von Gillhaußen die Grundllagen des Variatenmanagement von der Tool-Seite auf. Ausgehend von einem persönlichen Erlebnis mit einem Bordhandbuch eines süddeutschen Automobilherstellers, in dem er den Fernlichtassistenten nicht fand, entwickelte die fünf Grundsäulen der 4.0 Produktdokumentation hinsichtlich Variantenmanagement: 

Modularisierung: Die Art und Weise wie man modularisiert ist entscheidend. Auf Teufel komm raus zu modularisieren, d. h. bis auf Satz oder gar Wortebene, kann kontraproduktiv sein. Die Module müssen zum Produkt passen. Je kleiner und zahlreicher die Module, desto grösser der Administrationsaufwand. Es empfiehlt sich, mit grösseren Modulen zu beginnen. 

MetainformationenGute Metadaten sind das A und O für ein gutes Variantenmanagement. Das Motto ist „Metadata is King“. Insbesondere sollte man Metadaten bei der Modularisierung eher früher als später anlegen. 

Zugang schaffen: Der direkte Zugang zu den modularan Daten muss für Nutzer jederzeit ohne Hindernisse möglich sein. Grundlagen dazu bieten HTML5 und Content Delivery Server. 

ParameterisierungNeben dem Anlegen von Metadaten bietet eine Parameterisierung der Informationen eine weitere Grundlage für das Variantenmanagement. Durch Parameterisierung lassen standardisierte Module auf einfache Weise spezialisieren, was deren Wiederverwendbarkeit erhöht. Nicht nur Textmodule sondern auch Module, die nur aus Grafiken bestehen, lassen sich parameterisieren. 

ProzessintegrationDer Datenbestand muss in die Prozesse einer Organisation integriert werden. Dabei gilt es, die verschieden Systeme wie Redaktions-, ERP-, PLM und Content-Delivery-Systeme zu vernetzen und Schnittstellen zu schaffen. 

Variantenmanagement in der Praxis

Frau Schärli und Herr Soltanmoradi der Firma Burckhardt Compression AG zeigten in ihrer anschliessenden Präsentation eindrücklich, wie das ausgereifte Variantenmanagement in ihrem speziellen firmenspezifischen Umfeld funktioniert. „Firmenspezifisch“ heisst in diesem Fall unter anderem folgendes: 

  • Jeder Auftrag ist kundenspezifisch. 

  • Es gibt fast keine Wiederverwendung. 

  • Der Grad der Granularisierung der Informationen ist sehr hoch. 

  • Es gibt keine Varianten der einzelnen Informationsmodule. 

  • Der Weg vom Masterdokument zum Auftragsmanual führt über ausgeklügelte Variantenfilter. 

  • Es besteht eine hohe Prozessintegration zwischen dem CMS- und ERP-System.

Reges Interesse der Zuhörer

Die Veranstaltung war ausgebucht. Die Referenten gingen während und nach den Vortrag detailliert auf Fragen der Zuhörer ein. Anschliessend fand wie immer in ungezwungenen Rahmen ein Apéro statt. 

Die Tecom Schweiz bedankt sich ganz herzlich bei Frau SchärliHerrn von Gillhaußenund Herrn Soltanmoradi für die interessanten Vorträge und bei den Zuhörern, dass sie den Weg nach Zürich fanden. Die Vortragsfolien sind auf der Tecom-Webseite verfügbar. Die Veranstaltung ist durch unseren Fotografen Patrick Frischknecht in Bildern festgehalten, die Sie auf unserer Webseite finden. 


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Text: Peter Hütter
Fotos: Patrick Frischknecht




Vortragsfolien

Die Vortragsfolien sind hier für angemeldete Mitglieder verfügbar.

Vortrag von Herrn von Gillhaußen: 
Hilfewir führen die Ein-Stück-Produktion ein! Und wie soll ich die Doku machen? 

Vortrag von Frau Irina Schärli und Herrn Kian Soltanmoradi:
Variantenmanagement in der Praxis


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